Seife beim Wildcampen erlaubt? Die wichtigsten Regeln & Leave No Trace Tipps
Wildcampen und Vanlife boomen – doch sobald man sich wäscht oder abspült, stellt sich die Frage: Ist das eigentlich erlaubt? Und wenn ja, wie macht man es richtig, ohne die Natur zu schädigen? In diesem Beitrag erklären wir die wichtigsten Regeln, gesetzliche Grundlagen und praktische Tipps für nachhaltige Hygiene in der freien Natur.

Darf man überhaupt Seife beim Wildcampen benutzen?
Grundsätzlich ja – aber nicht überall und nicht mit jedem Produkt. In Deutschland und den meisten europäischen Ländern gilt: Du darfst dich waschen, aber Gewässer und deren Uferbereiche müssen geschützt bleiben.
Die wichtigsten Vorgaben:
- Mindestens 60 Meter Abstand zu Bächen, Flüssen, Seen und dem Meer (in manchen Nationalparks sogar 100 m)
- Kein Waschen direkt im Wasser oder am Ufer
- Abwasser (Grauwasser) darf nicht in Gewässer gelangen
- Nur biologisch schnell abbaubare Produkte verwenden
Leave No Trace – Prinzipien für Hygiene in der Natur
Leave No Trace (LNT) ist das international anerkannte Prinzip für verantwortungsvolles Outdoor-Verhalten. Für Hygiene gelten vor allem diese Punkte:
- Plane voraus und bereite dich vor – nimm nur das Nötigste mit, dosiere sparsam
- Entsorge Abfälle richtig – Grauwasser nicht einfach wegschütten
- Respektiere die Natur – hinterlasse keinen Schaum, Geruch oder Rückstände
- Minimiere Auswirkungen – kleine Mengen, verdünnte Lösungen, richtiger Ort
Grauwasser beim Camping richtig entsorgen – so geht’s
Grauwasser (Abwaschwasser von Körper, Geschirr, Wäsche) ist das größte Problem bei Outdoor-Hygiene. Hier die besten Methoden:
- Cat-Hole-Methode: Kleines Loch (15–20 cm tief) graben, mind. 60 m vom Wasser und vom Zeltplatz entfernt, Wasser einfüllen, mit Erde wieder bedecken
- Streumethode: Wasser in weitem Bogen über eine große Fläche verteilen (nur bei sehr geringer Menge und porösem Boden)
- Extra-Tipp Vanlife: Grauwassertank nutzen und an offiziellen Entsorgungsstellen leeren
Wichtig: Selbst „biologisch abbaubare“ Produkte können lokal schaden, wenn sie konzentriert und in großen Mengen verwendet werden.
Welche Produkte sind für die Natur geeignet?
Du brauchst Produkte, die:
- schnell und vollständig abbaubar sind
- keine synthetischen Tenside, Mikroplastik oder Duftstoffe enthalten
- sehr ergiebig sind (damit du wenig verwenden musst)
- mehrere Funktionen erfüllen (weniger Flaschen = weniger Müll)
Es gibt mittlerweile sehr gute Lösungen, die genau diese Kriterien erfüllen – zum Beispiel 18-in-1-Naturseifen auf Pflanzenöl-Basis. Hier findest du eine Auswahl passender Produkte.
Praktische Tipps für den Alltag draußen
- Verdünnen: Fast alle Naturseifen 1:10 bis 1:30 mit Wasser mischen → reicht viel länger
- Spar-Dusche: Feuchttuch + 1–2 Tropfen Seife für den ganzen Körper
- Geschirr: Vorab mit einem Lappen abwischen, dann nur wenig Seife
- Winter / Salzwasser: Salzwasser schäumt kaum – aber die Reinigungswirkung bleibt erhalten
- Notfall: Einfach nur Wasser reicht oft aus – Seife nur bei richtiger Entsorgung nutzen
FAQ – Häufig gestellte Fragen
Darf man Seife im See oder Fluss benutzen?
Nein. Selbst ökologische Seifen verändern den pH-Wert und können Wasserorganismen schädigen. Immer mindestens 60 m Abstand halten.
Was passiert mit Grauwasser in der Natur?
Es sickert in den Boden und wird durch Mikroorganismen abgebaut – vorausgesetzt, die Menge ist klein und der Boden geeignet. Direkte Einleitung in Gewässer ist verboten.
Gibt es eine gesetzliche Vorschrift für Camping-Hygiene?
Ja, die Detergenzienverordnung (Tenside müssen zu 60 % in 28 Tagen abbaubar sein) und Naturschutzgesetze (Bundesnaturschutzgesetz, Landesverordnungen, Nationalpark-Regeln).
Was ist die beste Methode für Vanlife?
Grauwassertank verwenden und an Entsorgungsstationen leeren. Wenn kein Tank vorhanden: Cat-Hole-Methode oder offizielle Plätze nutzen.
Fazit: Nachhaltige Hygiene draußen ist möglich – wenn man die Regeln kennt und einhält. Mit der richtigen Vorbereitung und den passenden Produkten bleibt die Natur so sauber, wie man sie vorgefunden hat.